Sonntag, 31. Januar 2016

Prinz Pi – Stimme der verlorenen Generation


»Im Westen Nix Neues«: Ein Albumtitel, der unseren aktuellen Zeitgeist widerspiegelt und die Stimme der verlorenen Jugend einfängt.

Seit vielen Jahren rappt Prinz Pi über gesellschaftliche Missstände. Seine Begabung versteckt der Berliner Poet hinter lyrischen Balladen mit Doppel- und Dreifachreimen. Damit erreicht er auch kritische Menschen, die Fragen stellen und systemrelevante Veränderungen einfordern. Seine tiefgründigen Erkenntnisse und sprachlich versierten Reime grenzen sich klar vom dümmlichen Proll-Rap der etablierten Hip-Hop Szene ab.

Einblicke in die Innenseiten eines Außenseiters

Einige Tage vor der Albumveröffentlichung lernte ich Friedrich Kautz bei einer Veranstaltung in Berlin kennen. Zuvor existierten seine Zeilen nur in meinem Kopf, geschrieben und konserviert für die Ewigkeit. Tiefschwarze Momente in meinem Leben stumpften damals auf ein erträgliches Niveau ab, während ich seine Lieder hörte. Die Texte begleiteten mich durch zahlreiche Lebensphasen meiner Jugend, vom Trennungsschmerz der ersten großen Liebe bis hin zum Hinterfragen unserer kapitalistischen Gesellschaftsordnung.

Bis heute sind Fragmente seiner Zeilen fest in meinem Gedächtnis verankert. Immer wieder leuchten Melodien und Reime gedanklich auf, die für emotionale Schübe sorgen und meine Vergangenheit nachzeichnen. Aus Bewunderung und Verbundenheit begann ich vor fünf Jahren mit dem Schreiben, Inhalte und Reime dienten mir zeitweise sogar als Inspirationsquelle für meinen Debütroman. In einer Buchbesprechung erfuhr ich, dass sich Prinz Pi unterschwellig zwischen meinen Zeilen versteckt hielt. Scheinbar drängten die Strophen des Künstlers in mein Unterbewusstsein, manifestierten sich und krochen aus den Tiefen meiner Seele wieder neu hervor. Dadurch ist mir erstmals bewusst geworden, welch gravierenden Einfluss die Musik auf den kreativen Schaffensprozess eines Autors haben kann.

Für mich wird es auch zukünftig keinen anderen Musiker geben, mit dessen Texten ich mich besser identifizieren kann. Frühere Songs haben meine Jugendphase entscheidend mitgeprägt, die Zeit zwischen Abitur und erstem Job sinnvoll überbrückt. Unterschwellige Botschaften und Querverweise zeigen Einblicke in die Innenseiten eines Außenseiters. So ist der erste Titel »Rebell ohne Grund« auch eine Anspielung auf eines seiner vorherigen Alben. Auffällig ist der differenzierte Blick des hochintellektuellen Musikers beim Beantworten von Interviewfragen. Oft sind die Moderatoren ihrem musikalischen Kontrahenten haushoch unterlegen, was auf die Engstirnigkeit mancher Journalisten und Reporter schließen lässt.

Bei der Song-Premiere gab es nicht nur Einblicke in die musikalische Laufbahn des Künstlers. Eine Frage aus dem Publikum zielte überraschend auf den aktuellen Stand des Romans ab, an dem Prinz Pi schon seit einigen Jahren arbeitet. Neben dieser spannenden Meldung sorgten bisher unveröffentlichte Zeilen bei einem Live-Auftritt für wahre Gänsehautmomente: 

»Werde nie einer von euch, bleibe einer von denen, die zu meinen Konzerten kommen, um mich weinen zu sehen... «

Pi untermauert diese persönlichen Verse mit einem gefühlvollen Biztram-Beat. Die melodisch-inhaltliche Rückbesinnung auf ältere Projekte verpasst dem neuen Album eine unverwechselbare Note und lässt die Herzen der eingefleischten Fans höher schlagen.

Self-publisher der Musikbranche

Zu viele Musiker erheben den Anspruch, großartige Künstler zu sein. Doch steile Karrieren mit Werbeverträgen bei etablierten Medienkonzernen steigern nicht unbedingt den gesellschaftlichen Wert ihrer Musik.

»Keine Liebe« ist hingegen ein unabhängiges Musiklabel mit Tendenz zum Self-publishing. Ein kleiner Laden, der über Jahre hinweg von Prinz Pi bis zum Goldstatus von »Kompass ohne Norden« aufgebaut wurde. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Marketing und Vertrieb ohne Verlag oder Label zur Mammutaufgabe werden können. Umso erfreulicher ist es, wenn sich der Erfolg trotzdem einstellt. Unabhängige Künstler genießen die Freiheit, ihre kritische Stimme trotz steigender Verkaufszahlen behalten zu dürfen. Unzensiert werden Themen angesprochen, die unbequem erscheinen und nicht dem etablierten Meinungsbild entsprechen. Das ist lobenswert und sollte entsprechend honoriert werden.

Es geht um eine Freiheit, die zwangsläufig dazu führt, dass unabhängige Künstler mehr Vertrauen und Glaubwürdigkeit genießen, als ihre etablierten Kollegen vom Medienkarussell. Inspiriert von Remarques Antikriegsroman, erreicht das pazifistische Manifest von Prinz Pi in den kommenden Wochen ein potenzielles Millionenpublikum, wodurch die Kernaussagen und versteckten Botschaften seiner Musik unaufhaltsam weitertransportiert werden. Unabhängige Freidenker bauen Bruchstücke dieser Inhalte wiederum als Ideen in ihre eigenen Artikel und Bücher ein, bis sich der Kreis schließt. Und am Ende führt die Symbiose der Künste dazu, dass unsere kaputte Welt wieder ein Stück lebenswerter wird.




Freitag, 8. Januar 2016

Beginnt bald ein neuer Bürgerkrieg in Deutschland?



Die Lage bleibt angespannt. Kurz nach Bekanntgabe der Vorfälle in Köln decken sich immer mehr Bundesbürger mit freiverkäuflichen Waffen ein. Die Nachfrage im Internet explodiert. Freiverkäufliche Pfeffersprays, Elektroschocker und Schreckschusspistolen sind nur die Spitze des Eisbergs. Medienberichten zu Folge ist auch das Interesse am kleinen Waffenschein gestiegen, der es Bundesbürgern erlaubt, die oben genannten Kleinwaffen zur Selbstverteidigung im öffentlichen Raum mitzuführen. Auch Dirk Müller warnt jetzt ganz offen vor einem Bürgerkrieg.  

Ein kleiner Anstieg des Suchvolumens ist kurz vor dem Jahreswechsel normal. So gab es auch schon im Vorjahr (Dezember 2014) kurz vor Silvester ein gestiegenes Interesse am kleinen Waffenschein im deutschsprachigen Raum. Der Peak kommt deshalb zustande, weil viele Menschen Schreckschusspistolen in der Silvesternacht legal mitführen wollen. Diese verharmlosende Erklärung, die auch seitens der Medien propagiert wird, trifft aber nicht für das letzte Silvesterfest zu. Hier zieht der Peak im Dezember stark an und setzt sich auch im Januar weiterhin fort. Bereits kurz nach den Anschlägen von Paris im November ist ein gestiegenes Interesse am normalen Waffenschein zu beobachten. Der Durchbruch für Pfefferspray im Januar ist beispielhaft für das zunehmende Unsicherheitsgefühl der deutschen Bevölkerung. Damit lässt sich erahnen, dass unserem Land stürmische Zeiten bevorstehen.

Abstrahiert man diese Daten auf den Schwarzmarkt, der oft mit der allgemeinen Nachfrage korreliert, dürften auch hier Durchbrüche im Waffengeschäft nachzuweisen sein. Eine Herausbildung von Bürgerwehren ist schon jetzt zu beobachten. Es bleibt abzuwarten, wohin sich dieser Trend entwickelt und ob weitere Vorfälle zu einem noch größeren Unsicherheitsgefühl führen werden. 

Wenn Medien und Politik weiterhin die offensichtlichen Probleme in der Flüchtlingspolitik verschweigen, kommt es unweigerlich zu einer Auseinandersetzung zwischen ethnischen Bevölkerungsgruppen und gewaltbereiten Deutschen mit nationalistischem Gedankengut. Die Konzentration von Menschen auf engstem Raum führt unweigerlich zu Konflikten. Hinzu kommt die Konkurrenz auf dem angespannten Wohnungsmarkt in den Großstädten. Tragisch ist diese Spaltung vor allem für jene Familien, die tatsächlich vor Krieg geflohen sind und nun berechtigt Schutz bei uns suchen. Leider entsorgen aber auch viele schwarze Schafe ihre Pässe vor der Einreise und geben sich als minderjährige Syrer aus, um in den Genuss staatlicher Subventionen zu kommen. Da unsere überforderten Behörden auf arabische Dolmetscher angewiesen sind, die im Interesse ihrer Klienten übersetzen, kann vielfach von ausuferndem Sozialmissbrauch gesprochen werden. Dabei werden Wunschidentitäten erfunden, die im diametralen Widerspruch zu den persönlichen Fähigkeiten der Asylbewerber stehen.  

Werden diese Menschen aufgrund mangelnder Organisationsstrukturen und fehlender Eigeninitiative nicht integriert, bilden sich Parallelgesellschaften mit Clanstrukturen. Insbesondere in Berlin lässt sich gut beobachten, wie machtlos die Justiz gegen libanesische Großfamilien ist. In Berlin Wedding fand am zweiten Weihnachtsfeiertag eine Hinrichtung auf offener Straße statt, weil es zu Rivalitäten zwischen konkurrierenden Familienbanden kam. Die Überlebenden der Schießerei und Messerstecherei standen daraufhin im Krankenhaus unter Polizeischutz. Vor dem Gebäude versammelten sich zahlreiche Angehörige der Opfer, um den Bereich vor weiteren Übergriffen abzuschirmen.

Gelingt es nicht, die Integration voranzutreiben und den Flüchtlingsstrom durch Friedensverhandlungen einzudämmen, werden diese Clanstrukturen dafür sorgen, dass die Neuankömmlinge nahtlos in Lohn und Brot übergehen. Bemühungen von Seiten der Großfamilien konnten in Berliner Flüchtlingsunterkünften bereits nachgewiesen werden. Und kürzlich hat die Berliner Justiz sogar eingeräumt, dass sie gegen die organisierte Bandenkriminalität machtlos sei. 

Als rechtsschaffender Bürger und freiheitsliebender Pazifist stellt man sich die Frage, ob dieses Land auch zukünftig noch ein Ort sein wird, an dem man in Sicherheit, Frieden und Freiheit (über)leben kann. Leider stimmen die Vorfälle in jüngster Zeit zunehmend pessimistisch und nähren den Wunsch nach einer geordneteren Gesellschaft mit positiverem Ausblick.