Samstag, 16. Mai 2015

Nikotinentzug - Folgen, Symptome & Entzugserscheinungen

Mit dem Rauchen aufhören
Seit exakt einer Woche bin ich rauchfrei. Ich möchte diesen Autorenblog auch dafür nutzen, um euch über mein Vorhaben zu informieren. Das erhöht einerseits meine Motivation und verringert andererseits den Leidensdruck. Nach unzähligen Fehlversuchen kam mir diese Idee erneut am 09.05.2015, zeitgleich zum Tag der Befreiung.

Vielleicht lag es am Datum? Tag der Befreiung klang irgendwie passend. Auch ich wollte mich von den Fesseln der Tabakindustrie befreien, um endlich wieder frei durchatmen zu können. Ich muss zugeben, dass ich vor diesem Zeitpunkt täglich bis zu 30 selbstgedrehte Zigaretten geraucht habe. Obwohl ich Naturtabak verwendete, der frei von Zusatzstoffen war, fiel mir der Entzug unfassbar schwer.

Scheinbar wird es mit jedem neuen Versuch schlimmer. Meine längste Phase der Abstinenz dauerte 1 ½ Jahre, dann folgten 1 ½ Jahre in denen ich mir die Zigaretten selbst drehte. Erneut entschloss ich mich im Oktober 2013 mit dem Rauchen aufzuhören. Während ich beim ersten Versuch auf Nikotinkaugummis zurückgriff, verzichtete ich im Oktober 2013 komplett auf Nikotinersatz. Schon am ersten Tag auf Entzug waren die Symptome kaum auszuhalten. Mir war schwindelig, ich saß nach Feierabend in der S-Bahn und fühlte mich abgeschlagen. Es war so, als würde mir der Kopf platzen. Mit Fruchtsäften versuchte ich einen ausgewogenen Lebensstil zu führen.

Drei Monate später waren die Entzugserscheinungen verflogen. Ich war mir sicher, dass ich nie wieder im Leben rauchen würde, bis ich eines Morgens starke Atemnot bekam. Der Zusammenhang zum Rauchen erschien mir unsinnig, war der Tag des letzten Konsums doch schon drei Monate her. Ich ging zum Lungenarzt und erhielt die Diagnose Asthma bronchiale. Dieser Schock veränderte mein Leben. Ich fiel in ein tiefes Loch, die Nächte wurden schwarz, eine Depression war die Folge.

Drei Monate nach dieser Diagnose tastete ich mich wieder vorsichtig an Zigarren heran. Erst im Abstand von zwei Wochen, dann von zwei Tagen. Aus Zigarren wurden Zigarillos, vielleicht 1-3 Stück am Tag. Die Depression war unlängst verflogen, vom Asthma merkte ich kaum noch etwas. Die verordneten Sprays nahm ich vielleicht 1-2 Monate lang, dann setzte ich sie ab. Nach dem Umzug und dem Beginn meines Studiums rauchte ich wieder täglich. Auf Partys eine ganze Schachtel, zu Hause bis zu 30 Selbstgedrehte. Asthma? Spielte in dieser Zeit für mich keine Rolle. Klar, am Abend war das Keuchen beim Ausatmen spürbar, ein typischer Raucherhusten gehörte einfach dazu. Insgesamt fühlte ich mich aber gut!

Zu Beginn des neuen Jahres wurden es mehr und mehr Zigaretten pro Tag. Ich ließ keine Party aus und rauchte wie ein Schlot. Meine Finger mutierten zu Drehmaschinen, Hornhaut bildete sich an den Fingerkuppen vom täglichen Zigarettenbau. Mit dem Beginn der Pollensaison verstärkten sich meine Atemprobleme. Und vor einer Woche hatte ich die Schnauze voll.

Ich drehte mir eine letzte Kippe und inhalierte den Qualm in schnellen Zügen. Zug für Zug legte sich der brennende Dunst auf meine Zunge. Mein Mundraum brannte. Wie ekelhaft diese Kippe doch schmeckte. Unter leichtem Nikotinflash schnippte ich den Stummel auf den Innenhof meiner Kiezwohnung. Ein glühender Schweif aus Funken bildete sich beim Aufprall. Ein Bild entstand, das mich seit diesem Tag jede Nacht schweißgebadet aufschrecken lässt.

Seit der letzten Zigarette habe ich mich verändert. Es ist unglaublich, aber die Symptome sind erschreckend vielfältig. Während die typische Schmacht noch halbwegs vertretbar ist, bringen mich diese Kreislaufprobleme fast zur Weißglut. Ein Pochen hinter der Stirn signalisiert mir, dass etwas nicht stimmt. Ich bin müde und fühle mich abgeschlagen. Wenn ich längere Zeit spazieren gehe, beginnt sich die Umgebung zu verformen. Jedenfalls kommt es mir so vor. Wieder droht mein Kopf zu platzen. Meine Konzentration lässt nach, wenn ich diese Zeilen tippe.

Verpflichtungen in Studium und Beruf lassen mich am Erfolg meines Vorhabens zweifeln. Soziale Kontakte möchten gepflegt werden, ohne Zigaretten kommt mir das alltägliche Leben als unüberwindbare Hürde vor.

Doch noch bin ich rauchfrei. Ob ich es auch weiterhin bleiben werde? 

Keine Ahnung, aber ich halte euch auf dem Laufenden.

Kommentare:

  1. Sehr gut geschrieben . Ich drücke dir all meine Daumen das du es diesmal schaffst aufzuhören

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  2. Vielen Dank, Christian! Das motiviert mich :)

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  3. Hallo, weiss jemand wie das mit steuerfreien Zigaretten ist? Ich habe vor ein paar wochen einen Zigarettenshop gefunden in dem man Zigaretten billig kaufen kann. Der Shop hat seinen Sitz soweit ich das verstanden habe in Andorra. Dort ist ja alles Steuerfrei oder die haben da einen niedrigen Steuersatz. Der Online-Shop versendet günstige Zigaretten nach ganz Europa. Bezahlen kann man per Banküberweisung. Hat sich dor schonmal jemand Zigaretten bestellt?

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